So sieht die Beleuchtung der Zukunft aus

29.03.2018 15:58

Die Zukunft des Lichts? 4 erstaunliche Szenarien, wie Licht unseren zukünftigen Alltag prägen könnte

Die zunehmend effizienter werdende LED-Technik hat unsere Welt in den vergangenen Jahren gewaltig zum Positiven verändert. Noch während der Trend zur LED-Beleuchtung anhält, erscheinen am Beleuchtungshorizont jedoch weitere Lichttrends, die unseren Alltag schon bald nachhaltig verändern könnten. Wir werfen einen Blick in die (nahende) Zukunft und berichten von intelligenten Leuchten, strahlenden Tapeten, Leuchtdrohnen und lebenden Lampen!

1.) Intelligente Beleuchtung: Die Leuchten der Zukunft hören aufs Wort

In jüngster Zeit ist der Begriff des „Smart Homes“ verstärkt durch die Medien gegeistert. In einigen deutschen Haushalten ist das intelligente Zuhause sogar schon jetzt Realität. Rollläden schließen sich auf Knopfruck, das Badewasser wird auf Zuruf vollautomatisch eingelassen, aus den Boxen tönt, nur durch Nennen von Interpret und Musikstück, das derzeitige Lieblingslied und der Drucker bestellt die Patronen selbstständig nach, sobald die Tinte zur Neige geht. Schöne neue Welt. Die Vernetzung von Haushalts- und Unterhaltungselektronik macht es möglich.
Klar, dass sich auch die Beleuchtung diesem Trend nicht entziehen kann. Wer über ein gängiges Smart Home System verfügt, hat in der Regel bereits jetzt mehrere Möglichkeiten, mit den Leuchten in den eigenen vier Wänden zu kommunizieren:

  • Durch einen Klick auf dem Smartphone lässt sich das Licht in der Wohnung auch remote problemlos löschen.
  • Ein einfaches „Licht an“ genügt mittlerweile, um die Beleuchtung im Raum zu aktivieren.
  • Selbst beliebiges Dämmen ist – sofern es nicht ohnehin schon vollautomatisch geschieht – wahlweise per Sprachbefehl oder Wisch auf dem Smartphone-Display möglich.

Der Trend zum Smart Home ist eindeutig und vermutlich auch nicht mehr umkehrbar. Schon bald dürfte es mehr als ungewöhnlich sein, wenn uns unsere Wohnungslampen nicht aufs Wort gehorchen.

2.) OLED: Wird die Tapete schon bald zur Lichtquelle

Darüber dass organischen Leuchtdioden, kurz OLED, die Zukunft gehört, sind sich Forscher weitestgehend einig. Zum Einsatz kommt die OLED-Technik bereits jetzt im Rahmen von Smartphone-, Tablet- und TV-Bildschirmen. Der Clou der organischen Leuchtdioden: Im Gegensatz zur klassischen LED-Technik lassen sich OLEDs in der kostengünstigen Dünnschichtbauweise herstellen – und können darüber hinaus auf biegsamen Materialien angebracht werden!

In Folge dieser Materialeigenschaften zeichnet sich mit der zunehmenden Verbreitung der OLEDs ein wahrer Quantensprung am Horizont ab: der Einsatz in der großflächigen Raumbeleuchtung! So ist es bereits jetzt theoretisch möglich, die OLEDs auf die Oberfläche von Haushaltsgegenständen wie Vorhängen oder Tapeten anzubringen. Leuchten wie wir sie heute kennen würden damit – wenn nicht in ihrer dekorativen Form so doch zumindest funktionell – überflüssig werden. Und seien wir ehrlich: von leuchtenden Kühlschränken, Bettdecken und Flaschenöffnern gehen gänzlich neue Dekorationsmöglichkeiten aus!

3.) Beleuchtung nach Bedarf? Drohnen machen es möglich

Auf der weltgrößten Tech-Messe CES in Las Vegas werden immer wieder Innovationen präsentiert, die sich anschicken unseren Alltag nachhaltig zu verändern. Eines der Themen der CES 2018: Drohnen. Die kleinen – zunehmend autonom agierenden – Luftfahrzeuge sind derzeit auf dem besten Weg dahin, die Lieferlogistik zu revolutionieren. So ist es kein Geheimnis, dass große Unternehmen wie Amazon mit dem Einsatz von Drohnen zur Paketzustellung in Rekordzeit experimentieren. Doch für die unbemannten Luftahrzeuge ist noch ein weiteres Einsatzgebiet denkbar. So sind Drohnen zum Einsatz als fliegende Leuchten geradezu prädestiniert.

Im Rahmen der CES 2018 wurde dieses Einsatzszenario auf geradezu poetische Weise verdeutlicht. 250 Drohnen erleuchteten den Nachthimmel über Las Vegas und führten dabei eine perfekt inszenierte Lichtchoreographie auf. Künftig könnten solche Leuchtdrohnen überall dorthin Licht bringen, wo es nur sporadisch benötigt wird. Das hat auch für unseren Alltag ganz praktische Konsequenzen. Die erfrischende nächtliche Jogging-Runde entlang des Waldesrandes könnte bald von der persönlichen Leuchtdrohne erhellt werden. Der nächtliche Toilettengang wiederum dürfte durch diese auf Knopfdruck heraneilende „fliegende Leuchte“ künftig für deutlich weniger blaue Flecken sorgen.

4.) Die Bio-Leuchte – Wie uns Pflanzen schon bald als Lichtquelle dienen könnten

Es klingt wie ein Szenario aus einem dieser Öko-Science-Fiction-Filme, die in jüngster Zeit so häufig über die Kinoleinwände flimmern: Wer in einem Jahrzehnt in den Abendstunden das Haus verlässt findet – ähnlich wie heute – großflächig beleuchtete Straßenzüge vor. Der markante Unterschied zu heute: Während unsere heutigen LED-Straßenlaternen für unsere Verhältnisse als modern, energiesparend und ökologisch gelten, könnte die Zukunft eine ganz andere Art der Bio-Straßenbeleuchtung hervorbringen: leibhaftige Pflanzen!

Biolumineszenz: So gelingt es Forschern Pflanzen zum Leuchten zu bringen

So haben Wissenschaftler des legendären Massachusetts Institute of Technology (MIT) unlängst erstaunliche Erfolge darin erzielt, Pflanzen zum Leuchten zu bringen. Der Clou: Die Forscher greifen auf ein Enzym zurück, das auch Glühwürmchen erstrahlen lässt: Luciferase. Denselben Mechanismus nutzen sie nun bei Pflanzen. Lichterzeugende Stoffe werden dabei an Nanopartikel gebunden und im Anschluss direkt an die erforderlichen Stellen innerhalb der jeweiligen Pflanze gebracht. Die Folge: In den Blättern der betreffenden Pflanze wird eine Biolumineszenz ausgelöst – sie beginnen zu leuchten. Schon jetzt können die Wissenschaftler mit diesem Vorgehen bestimmte Pflanzen wie Brunnenkresse und Spinat über einen Zeitraum von bis zu 3,5 Stunden zum Leuchten bringen – und das mit nur einer Injektion.

Doch die Pläne der Wissenschaftler sind weit ambitionierter. In naher Zukunft wollen sie nicht nur die Leuchtkraft der behandelten Pflanzen signifikant erhöhen, sondern auch die Leuchtdauer. Mit nur einer Behandlung sollen die Pflanzen künftig in der Lage sein, ein Leben lang zu leuchten. Das wäre der endgültige Durchbruch im Bereich der Biolumineszenz! Und nicht nur das. Mittels eines Luciferase-Hemmers sind die Forscher schon heute in der Lage, das Leuchten der Pflanzen bei Bedarf wieder aufzuheben. Aus der „Bioleuchte“ wird damit im Handumdrehen wieder eine gewöhnliche Zimmerpflanze. Die Wissenschaft ist also nicht mehr weit davon entfernt, die Welt der Beleuchtung erheblich umzukrempeln!

So könnten die Leuchtpflanzen der Zukunft aussehen

Die Fortschritte im Bereich der Biolumineszenz beflügeln schon jetzt die Fantasie von Wissenschaftlern und Science-Fiction-Autoren weltweit. Laubbäume wie sie schon heute etliche Straßenzüge schmücken, könnten die Städte der Zukunft zu Dämmerungsbeginn in ein magisch anmutendes Licht tauchen – und das ganz ohne Energieverbrauch. Innerhalb der Wohnung wiederum würden gewöhnliche Zimmerpflanzen für das notwendige Licht sorgen. Die gewöhnliche Brunnenkresse würde damit kurzerhand zur schicken Leselampe umfunktioniert, während Hängepflanzen bei Einbruch der Dunkelheit ihr zweites Leben als lebende Hängeleuchten aufnehmen.

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